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V2A oder V4A: welcher Chromstahl passt an den Zürichsee?

In der Ausschreibung steht "Chromstahl geschliffen". Mehr nicht.

Bei einem Handlauf im Treppenhaus ist das kein Problem. Bei einem Geländer drei Meter neben einem Schwimmbecken, entscheidet diese fehlende Angabe darüber, wie das Bauteil nach ein paar Jahren aussieht.

Das Wichtigste in Kürze

  • V2A (1.4301) und V4A (1.4401 oder 1.4404) unterscheiden sich im Kern durch Molybdän. V4A verträgt Chlorid deutlich besser.
  • Die Materialwahl gehört pro Bauteil entschieden, nicht pauschal fürs ganze Objekt.

Was unterscheidet V2A und V4A?

Beide sind austenitische Chromstähle, beide enthalten Chrom und Nickel. Der Unterschied steckt in einem einzigen zusätzlichen Legierungselement: Molybdän. V2A trägt die Werkstoffnummer 1.4301, V4A meist 1.4401.

Das Molybdän stabilisiert die Passivschicht genau dort, wo Chloridionen angreifen. Fehlt es, findet Chlorid schneller einen Schwachpunkt. Dort beginnt die sogenannte Lochfrasskorrosion, eine punktförmige Korrosion, die in die Tiefe arbeitet. Sichtbar wird sie erst, wenn schon Material fehlt.

In trockenen Innenräumen bleibt dieser Unterschied theoretisch. Drei Meter neben einer gesalzenen Strasse kann er über die Lebensdauer des Bauteils entscheiden.

Wann reicht V2A, und wann nicht?

V2A reicht, wenn das Bauteil geschützt steht, oder nicht aggressiveren Aussensituationen ausgesetzt ist. Innen oder unter einem durchgehenden Vordach, ohne direkten Kontakt zu Streusalz oder Spritzwasser. Ein Treppengeländer, eine Fassadenblende weit weg vom Weg, ein Detailelement, das nie mit Tauwasser in Berührung kommt.

V4A gehört hin, wo das Bauteil aussen steht: in Uferwegnähe, an einem Steg, entlang einer gesalzenen Zufahrt oder an einer Fassade, die dauerhaft Feuchtigkeit abbekommt. Sobald Chlor oder Säure ins Spiel kommt sollte die Wahl eher auf V4A fallen.

Häufige Fragen zu V2A und V4A Chromstahl

Nicht grundsätzlich. Für geschützte Innenbereiche ohne Chloridkontakt ist V2A technisch ausreichend. Massgebend ist die Exposition des einzelnen Bauteils, also Salz, Spritzwasser und stehende Feuchtigkeit.

Nein, beide sehen im Neuzustand praktisch identisch aus, geschliffen oder gebürstet. Der Unterschied zeigt sich erst nach Jahren im Einsatz. Die Werkstoffnummer ist deshalb ein wichtiges Erkennungsmerkmal.